Mein letzter weihnachtlicher Buchtipp für dieses Jahr stammt aus meiner eigenen Feder. Deswegen wird dieser Post ein wenig anders als sonst: Ich nehme euch mit zur Entstehungsgeschichte von „Weihnachtswunder to go“!
Planen oder einfach loslaufen?
Es gibt ja Autor*innen, die ihr Buch akribisch planen, bevor sie auch nur ein einziges Wort schreiben – Szenenübersichten, Charakterbögen, detaillierte Plots. Und dann gibt es … Eva Lucia Bolsani.
Seit „Tosh“ existiert bei mir kein ausführlicher Szeneplan mehr, wenn ich anfange zu schreiben. Stattdessen habe ich nur eine ungefähre Idee, wo ich hinwill, und führe stundenlange Gespräche mit meinen Charakteren, um sie kennenzulernen. (Wenn ihr also mal im Allgäu unterwegs seid und eine Frau trefft, die vor sich hinbrabbelnd durch die Landschaft stiefelt – das könnte ich sein.)
Ich finde, diese Herangehensweise hat mein Schreiben auf eine neue Ebene gebracht. Aber letztendlich entscheidet ihr das, liebe Leser*innen.
Die gefährliche Mitte – oder: Wenn das Plotbunny an die Tür klopft
Wer ebenfalls schreibt, wird folgendes Gefühl nur zu gut kennen: Ungefähr in der Mitte des Buches entsteht so ein Hänger. Der Zauber des Anfangs ist vorbei, das Ende aber noch nicht in Sicht, und irgendwie zieht es sich. Man hinterfragt sich selbst, die Idee, das ganze Buch …
Und genau dann kommt er: der Geistesblitz. Auch liebevoll „Plotbunny“ genannt. Etwas Neues, Tolles, viel Besseres als das, was man gerade schreibt.
„Tosh“ war so eine Idee.
Aber – Spoiler – wenn ich dieser Versuchung nachgebe, bedeutet das in 99,9 % der Fälle, dass ich das ursprüngliche Buch (das, in dessen Mitte ich gerade feststecke) niemals beenden werde. Zum Beispiel den dritten Teil der Mädels-WG …
Deswegen gilt bei mir normalerweise die eiserne Regel: Plotbunnys dürfen nicht rein. Und wenn sich doch eines einschleicht, wird es weggesperrt.
Was diesmal geschah
Diesmal hat das Plotbunny Alfie und Julien mitgebracht.
Alfie war so unglaublich süß, und Julien so unglücklich, und es musste einfach eine Weihnachtsgeschichte sein, weil es anders niemals ein Happy End hätte geben können. Aber ich blieb standhaft. Wirklich. Ich war sehr stark.
Bis das Plotbunny Murphy aus dem Hut zog.
Mist. Hund zieht bei mir immer.
Also gut – her mit der neuen Geschichte.
Eine Herausforderung!
Es wurde ein ziemlicher Kraftakt, diese Geschichte zu schreiben und zu überarbeiten. Denn komischerweise hat nicht die ganze Welt darauf gewartet, mir beim Überarbeiten zur Hand zu gehen. Wer hätte das gedacht?
Dennoch ist „Weihnachtswunder to go“ pünktlich in der Adventszeit erschienen. Und wer Lust auf ein wenig Weihnachtsmagie hat, findet hier die Geschichte von Alfie, Julien, dem Hund Murphy und ihrem kleinen Wunder: Weihnachtswunder to go
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch von den beiden und dem Winter in Nova Scotia auch ein wenig verzaubern lasst.
Was ist eigentlich aus dem anderen Buch geworden?
Falls ihr euch fragt, was aus dem Buch geworden ist, das ich gerade geschrieben habe, als das Weihnachtsbunny auftauchte: Ich habe es komplett umgeschrieben. Und wisst ihr was? Ich finde, das war gut so.
Manchmal kommt eben doch alles so, wie es kommen muss.
Alles Liebe und eine wundervolle Weihnachtszeit! ❤️ Eva Lu
»Habe ich doch«, gab Alfie trotzig zurück. »Ich gehe ständig mit Dev Pizza essen, und da kann man den Bäckern zusehen! Die geben Hefe, Mehl, Wasser und Olivenöl in ihren Teig! Keine Milch. Keine Eier. Keine BUTTER!«
»Vielleicht mache ich eine spezielle Pizza«, beharrte Julien stur.
»Eine Butter-Milch-Ei-Pizza?!«
»Genau!«
»Das ist dann ein Riesenplätzchen!«
»Nein!«
»Doch!«
Neugierig geworden? Hier findet ihr das eBook für euren tolino: »Weihnachtswunder to go« im Ecobookstore
