Ein Hooligan, ein Pflegeheim und jede Menge Glitzer – kann das gutgehen?

Tolino-Reader mit dem Cover von Pitch Black Colors von Josi Copper, daneben ein Foto mit der Aufschrift „Lu liest“ und eine Illustration einer Frau beim Lesen.
Inhalt

Dominik lebt für den Fußball – oder besser gesagt für die „dritte Halbzeit“. Gemeinsam mit seinem Vater und seinen Freunden gehört er zu einer Hooligan-Gruppe, für die Schlägereien genauso selbstverständlich sind wie das Spiel selbst. Gewalt ist sein Ventil, sein Alltag, sein einziger Halt.

Doch als ein Hinterhalt mitten in der Stadt eskaliert und Videoaufnahmen Dominiks Beteiligung beweisen, ändert sich sein Leben radikal. Statt im Stadion landet er vor Gericht – und wird zu Sozialstunden in einem Pflegeheim verdonnert.

Dort trifft er auf Milo: bunt, laut, voller Lebensfreude und alles andere als jemand, den Dominik normalerweise in seiner Welt akzeptieren würde. Milo ist das komplette Gegenteil von ihm. Und so beginnt zwischen Pflichtstunden, verletztem Stolz und unerwarteten Gefühlen Dominiks Welt immer mehr zu wanken.

Meine Meinung

Ich weder ein großer Fußballfan und überhaupt kein Fan von Gewalt – und trotzdem war mir von Anfang an klar, dass ich dieses Buch lesen wollte. Und was soll ich sagen: Es hat mich direkt gepackt.

Wann weiß man, dass man gerade ein gutes Buch in den Händen hält? Wenn man sich in Figuren hineinfühlen kann, die einem im echten Leben vermutlich so fern sind wie nur irgend möglich. Genau das hat Josi Copper geschafft. Schon im Prolog konnte ich Dominiks Wut und seine Verzweiflung nachvollziehen. Natürlich würde ich Gewalt niemals gutheißen – aber ich konnte verstehen, wie er da hineingeraten ist und warum er sie als Ventil nutzt.

Besonders beeindruckt hat mich sein innerer Kampf im Verlauf der Geschichte: Wie viel von der alten Härte darf bleiben? Und wie sehr kann er sich öffnen, ohne das Gefühl zu haben, sich selbst zu verlieren? Diese Zerrissenheit hat mir beim Lesen oft das Herz schwer gemacht.

Zum Glück gibt es Milo – der mit Glitzer, Wärme und unerschütterlicher Freundlichkeit einen Gegenpol zu Dominiks Dunkelheit bildet. Er bringt Licht in die Geschichte, ohne dabei jemals ins Kitschige abzurutschen. Die Dynamik zwischen den beiden ist spannend, manchmal schmerzhaft, aber immer voller Gefühl.

Mehr will ich gar nicht verraten – außer vielleicht so viel: Dieses Buch hat mich komplett überzeugt.

Fazit

Eine Geschichte, die unter die Haut geht, unbequem und doch wunderschön. Wer sich auf Dominik und Milo einlässt, wird mit einer intensiven, berührenden und absolut lesenswerten Gay Romance belohnt. Unbedingt lesen!

»Warum feierst du es so, schwul zu sein?«, frage ich und deute auf das Bild, ohne noch mal hinzusehen.
Er betrachtet mich mit gerunzelter Stirn, als würde er die Frage nicht verstehen.
»Ich feiere nicht, dass ich schwul bin. Ich feiere, dass ich ich sein kann.«
»Aber pride steht doch für Stolz, oder?«
»Ja. Ich bin ja auch stolz darauf, der zu sein, der ich bin.« Milo grinst und zuckt mit den Augenbrauen.
»Also bist du doch stolz darauf, schwul zu sein?«
»Auch«, antwortet er. »Es ist ein Teil von mir. Ein wichtiger. Aber ich bin mehr als nur das.«

Josi Copper: Pitch Black Colors

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